Detailinformationen zu unseren ISE-Reiseprojekten

Detailinformationen zu den ISE-Reiseprojekten und ISE-Maßnahmen von Nordwind Jugendhilfe
Erfahren Sie mehr über unsere Arbeitsweise und die ISE-Projekte für Jungen und Mädchen

Die NORDWIND Kinder- und Jugendhilfe ist spezialisiert auf den Bereich der intensiven-sozialpädagogischen -Einzelbetreuung und bietet mit den ISE-Reiseprojekten ein auf Individualpädagogik basierendes Leistungsangebot an. Das Team von Nordwind besteht aus Spezialisten für Individualpädagogik und Abenteuerpädagogik.

Unter ISE- Reiseprojekten und Time-Out Maßnahmen, nachfolgend und zusammengefasst „Reiseprojekt“ genannt, verstehen wir eine individuell auf das Kind oder den Jugendlichen zugeschnittene Hilfe, die sich durch die Intensität der Betreuung, einer reisedurchführenden Aktivität und einer überwiegenden Unterbringung in nicht festen Unterkünften so wie einer zeitlichen Befristung der Hilfe auszeichnet.

Hilfeempfänger sind Kinder und Jugendliche, die eine intensive Unterstützung zur sozialenIntegration sowie einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen.

Die Konzeption der abenteuerpädagogischen Reiseprojekten zielt darauf ab, den Kindern- und Jugendlichen ein auf Selbsterfahrung basierendes Lernfeld zu schaffen, dass die Möglichkeit pädagogisch begleiteter Entwicklungsschritte in Richtung einer selbstständigeren Lebensführung und der Übernahme der Verantwortung des eigenen Handelns beinhaltet.

Unsere Mitarbeiter in den jeweiligen Reiseprojekten sind ausschließlich pädagogische Fachkräfte mit erlebnispädagogischer Ausbildung und einer durch uns angetragene Fortbildung zur Umsetzung und Integration unserer Arbeitsweise in ISE-Maßnahmen. Sie begleiten die Kinder und Jugendlichen in einer zu Beginn der Hilfe stehenden 2:1 Betreuung (2 Mitarbeiter – 1 Jugendlicher), nachfolgend in einer 1:1 Betreuung. Die Reiseprojekte unterliegen einer auf Erfahrungswerten beruhenden Zeitachse von 8 – 12 Wochen, die jedoch je nach Entwicklungsprozess verkürzt oder auch verlängert werden.

Die Grundleistungen des Reiseprojektes beschreiben ein Reiseprojekt innerhalb Deutschlands.

Aufgrund der Individualität, der Länge der Maßnahme und der nach den Kindern und Jugendlichen ausgerichteten Ressourcenorientierung ist es möglich, dass die Maßnahme bundeslandübergreifend verläuft. In diesem Fall werden zu Beginn der Maßnahme die zuständigen (Kreis) Jugendämter über den Verlauf der Route und der Maßnahme informiert und bei Bedarf eine entsprechende Genehmigung eingeholt. ISE Reiseprojekte im Ausland entsprechen nicht unserem Angebot.
Die Besonderheit eines Reiseprojektes zeichnet sich aus durch die Eigendynamik in Form einer permanenten Motivation zur Fortbewegung sowie der Unterbringung in nicht festen und / oder mobil beweglichen Unterkünften (z.B. Wohnwagen, Zelt etc.) aus.

Eine ärztliche Notfallversorgung während des Reiseprojektes kann durch die jeweiligen Ärzte in der bereisten Region und durch die Notrufbereitschaften an den Wochenenden sichergestellt werden.

  • 24/7 Rufbereitschaft über die Notfallnummer in der Geschäftsstelle
  • Taschenkarte mit den Adressen der Ärzte, Ämter und Behörden in den bereisten Regionen
  • In Erste Hilfe (Outdoor) geschulte Mitarbeiter
  • In Notfällen und außerhalb von Handynetzen Kontakt über „Spot-Connect“ (Satellitengestützes Notrufsystem mit Ortungsfunktion)

Neben der tagesbegleitenden Ausübung der Aktivität zur Fortbewegung (zu Fuß, mit dem Kanu, Schiff, Wohnwagen etc.), bestehen je nach Art der Reise und der bereisten Region unterschied-lichste Möglichkeiten, die sich auch und vor allem nach den Bedürfnissen der Kinder oder Jugendlichen richtet. Die hilfebegleitenden Freizeitgestaltungen können jeweils in Form von „Auszeiten“ in Anspruch genommen werden.

  • Teilnahme an Fortbildungen und Kursen (z.B. Kletterkurs im Alpenverein)
  • Besuch von Kulturellen Angeboten der Region z.B. Museen, Schwimmbädern oder besondere Sehenswürdigkeiten
  • Vertiefende Weiterbildung in Themen welche Kinder und Jugendliche interessiert
Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung soll Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration sowie einer eigenständigen Lebensführung bedürfen.

Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen“ (§ 35 SGB VIII).

Aus § 27 SGB VIII leitet sich die Anspruchsberechtigung auf Hilfeleistung für die Personensorgberechtigten ab, aus § 41 SGB VIII die Hilfe für junge Volljährige. Ob ISE eine geeignete und notwendige Hilfeform im Einzelfall ist, wird auf Grund der individuellen Situation des jungen Menschen und im Prozess der Hilfeplanung entschieden. Die Zielgruppe der Hilfeempfänger sind sowohl weibliche als auch männliche Jugendliche die zwischen 14 und noch unter 18 Jahre alt sind. Gemäß. §41 Abs. 2 kann eine ISE-Maßnahme auch für junge Volljährige erfolgen. In geeigneten Fällen können auch Kinder ( §7 Abs. 1 Nr.1 ) Leistungsempfänger einer intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung sein.

  • die wegen besonderer Gefährdung oder erheblicher Schädigung über andere Mittel der Jugendhilfe nicht erreichbar sind
  • die aufgrund einer besonderen Lebenssituation eine Time-Out -Maßnahme benötigen
  • denen über Erfolgserlebnisse eine positive Lebenseinstellung vermittelt werden soll
  • die intensive Unterstützung zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen
  • die bisher wenig oder keine Erfahrungen im Umgang mit sich selbst erfahren haben
  • bei denen eine Anschlussmaßnahme ermittelt werden soll
  • denen durch die Teilnahme an der Maßnahme eine Inhaftierung erspart bleibt

Eine Aufnahme kann in der Regel nicht erfolgen wenn:

  • ein Gutachten / Feststellung gem. § 35a vorliegt
  • von den Kindern- und Jugendlichen eine akute Selbst- und Fremdgefährdung ausgeht
  • eine ausgeprägte Suchtentwicklung vorhanden ist
  • keine Mitwirkung gegeben ist
  • Entwicklung individueller Hilfen zur Förderung der Entwicklung und zu einer eigenverant – wortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen
  • Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen
  • Kinder und Jugendliche vor Gefahren zu schützen und für ihr Wohl zu sorgen
  • dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.

Die sich daraus auf die Zielgruppe abzuleitenden Leitziele einer ISE-Maßnahme sind:

  • Entwicklung unterstützender Hilfsangebote zur Erlangung einer eigenständigen Lebensführung und Entscheidungsfähigkeit
  • Erweiterung und Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
  • Steigerung der Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit
  • Hilfestellung geben zum Erlernen von Strategien zu der Bewältigung von Krisensituationen
  • Erziehung zur Übernahme von Eigenverantwortung

Wir arbeiten nach einer systemischen-/ systematischen und ganzheitlichen Ausrichtung.

Als Grundlagen unserer Arbeitsweise im Reiseprojekt bedienen wir uns einem Phasenmodell, welches die durch das Kind oder den Jugendlichen erlebte Zeit der Maßnahme in vier Abschnitte unterteilen lässt.

  1. Orientierungsphase
  2. Konfliktphase
  3. Kreativ/-Arbeitsphase
  4. Orientierungsphase

Die sich innerhalb der Phasen befindlichen und zu bewältigenden Aufgaben werden permanent wiederkehrend mit zwei ineinander übergehenden Arbeitsweisen und Zuhilfenahme unterschiedlicher Methoden begleitet.

1. Die Arbeit mit Metaphern

Während der alltäglichen Arbeit und den Erlebnissen eines Reiseprojekts werden statt-findende Gespräche mit Metaphern begleitet. Ziel dabei ist es, dem Jugendlichen sein eigenes oft erstmals angekündigtes Handeln sowie dessen direkte und indirekte Auswirkungen zu verdeutlichen. Konkrete Beispiele und daraus abgeleitete Assoziationen helfen dem Jugendlichen dabei, neue Sichtweisen einzunehmen und ein mögliches Umdenken eigenständig einzuleiten. Einfache Ableitungen, z.B. dass es „…nach einem zu bewältigenden Berg in der Regel auch wieder bergab geht…“, und man so für Anstrengungen belohnt wird – oder aber – dass „…wie man sich bettet, man auch schläft…“, bleiben erfahrungsgemäß nach selbst gemachter Erfahrung und in Verbindung mit der 2. Herangehensweise in Erinnerung.

2. Interaktion / Aktion- Reaktion

Durch die Gegebenheit eines Reiseprojektes und der Tatsache, dass sich das Kinder oder den Jugendliche gewollt am Rande seiner Komfortzone bewegt, führt eine von ihm ausgeführte Aktion zu einer unmittelbaren Reaktion seiner Umwelt. Der Auswirkung sowohl physisch als auch psychisch durchlebter Erfahrungen wird er sich in der Regel nicht entziehen können. Eine intensive Auseinandersetzung mit der durch eigenes Verhalten konfrontierten Situation ist somit fast unumgänglich.

Durch die oben genannten Arbeitsweisen innerhalb des Phasenmodells bedienen wir uns zur Bearbeitung der Spannungs- und Handlungsfelder unterschiedlicher Methoden wie zum Beispiel dem „Vormachen- Erläutern- Nachmachen- Üben und- Vertiefen Prinzip“. Eine Einbeziehung und Erläuterung solcher Modelle geben dem Jugendlichen Halt und Orientierung und erlauben durch situatives Reflektieren eine permanente Standortbestimmung.

Der Aufnahme eines Kindes oder Jugendlichen geht ein detailliertes und standardisiertes Grund-Aufnahmeverfahren voraus. Ziel dabei ist, durch den Austausch von detaillierten Informationen zu ergründen, ob eine ISE-Maßnahme in Form eines Reiseprojektes angebracht erscheint und es vor dem Hintergrund der gesetzten Ziele auf Zustimmung des Jugendlichen sowie allen an der Hilfe beteiligten Personen trifft.

Unser Aufnahmeverfahren ist in 3 Teilbereiche gegliedert:

  1. Einholen vorausgehender Informationen
  2. Aufnahmegespräch
  3. Aufnahme

1. Einholen vorausgehender Informationen

Sowohl zum Schutze des Jugendlichen als auch aus ökonomischen Gründen, sollte eine umfangreiche Auftragsklärung sowie Informationsaustausch aller an der Hilfe beteiligten Personen stattfinden. Im direkten Anschluss werden alle Informationen im Betreuungsteam erörtert und die für die Maßnahme erforderlichen Kapazitäten geprüft. Folgende Informationen sollten dafür zugrunde liegen:

  • Informationen über die bisherige Einrichtung des Kindes / Jugendlichen
  • Welche Ressourcen und Interessen bringt das Kind / der Jugendliche mit ( tierlieb, sportlich, naturwissenschaftliches Interesse etc. )
  • Auszüge aus den bisherigen Entwicklungsberichten, Gutachten und Verhaltensbeobachtungen
  • Letzter Hilfeplan
  • aktueller Gesundheitszustand
  • Sachstand über offene Strafverfahren oder laufende Ermittlungen aus vollzogenen Straftaten

2. Aufnahmegespräch

Das über eine Aufnahme entscheidende Gespräch findet im Beisein des von uns ausgewählten Betreuers statt. Im Beisein aller am Hilfeprozess beteiligten Personen werden nachfolgende Dinge in einem Aufnahmegespräch besprochen / beschlossen:

  • Gegebene Mitwirkung und Wünsche zur Gestaltung der Maßnahme des Klienten
  • Abgleich und Auswertung der erhaltenen Informationen
  • Klärung der Ziele der Maßnahme
  • Fortführende Hilfeplanung und Betreuungsvereinbarung
  • Anschlussoption bei Abbruch der Maßnahme
  • Beratung über die Aufnahme und den Zeitpunkt der Aufnahme
  • Kostenklärung
  • Klärung offener Fragen
  • Anschlussmaßnahme

3. Aufnahme

Die Aufnahme eines Kindes oder Jugendlichen in ein Reiseprojekt ist in der Regel auch gleichzeitig der Start in die Maßnahme. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten alle oben genannten Formalitäten und zur Aufnahme notwendigen Prozesse abgeschlossen sein.

Zwecks kurzfristiger Aufnahme (z.B. Krisenintervention) und den damit ggf. noch im Vorfeld eines Reiseantritts durch uns zu veranlassenden Formalitäten hält die NORDWIND Kinder- und Jugendhilfe einen Platz / Stationäre ISE zur sicheren Unterbringung vor.

Hilfeplanung im ISE Reiseprojekt

Gemäß der nach § 36 SGB VIII / Hilfeplanung, ist es unser Auftrag, durch geeignete Maßnahmen an der Hilfeplanung mitzuwirken. Grundlage unserer Mitwirkung ist es, eine individuelle und auf der letzten Hilfeplanung aufbauende Hilfe zu entwickeln, um dadurch das Erreichen der zuvor vereinbarten Ziele zu fördern. Die Beteiligung der Personensorgeberechtigten, die Mitwirkung der Betroffenen an der eigenen Hilfeplanung sowie die umfangreichen Ausgestaltungsmöglichkeiten von Individualmaßnahmen verstehen wir als Basis unserer erfolgreichen pädagogischen Arbeit.

Vorbereitung der Hilfeplanung:
  • Einholen aller verfügbaren und für die Hilfeplanung wesentlichen Informationen
  • Auswertung der Informationen und Evaluation der Ziele – sowohl innerhalb des Teams, als auch mit dem Kind/Jugendlichen
  • Erstellung einer Tischvorlage für das anstehende Hilfeplangespräch
  • Vorbereitung des anstehenden Hilfeplangespräches mit dem Kind, Jugendlichen und dem zuständigen Mitarbeiter
  • Terminierung / Bestätigung der anstehenden Hilfeplanung
Stattfindende Hilfeplanung
  • Beschreibung der Lebens- und Erziehungssituation des Jugendlichen aus seiner Sicht und aus Sicht der Eltern bzw. der vorherigen Betreuungspersonen
  • Mitteilung über die erreichten Ziele unter Einbeziehung der Daten der vorausgegangenen Treffen einer Zielvereinbarung für den zukünftigen Hilfezeitraum
Nachbereitung der Hilfeplanung
  • Schriftliche Erfassung der neuen im Hilfeplangespräch erhaltenen Informationen, Vereinbarungen, Ziele und Perspektiven
  • Auswertung der Informationen und formelle Niederschrift Besprechung des Hilfeplanprotokolls mit dem Kind – Jugendlichen

Reiseprojekte zeichnen sich durch eine individuelle und täglich neu auszurichtende Gestaltung des Tages aus. Der Tagesverlauf wird dabei maßgeblich durch die zu erbringende Mitarbeit und dem gezeigten Verhalten beeinflusst. Einzuhaltende Rituale und Strukturen sind stets widerkehrend und Teil unserer täglichen pädagogischen Arbeit.

  • Morgendliches Aufstehen zu ausgemachten Zeiten
  • Erledigung der Morgentoilette und Herrichten der Schlafstätte
  • Pflege des dem Kind bzw. Jugendlichen anvertrauten Material
  • Einnahme eines gemeinsamen Frühstücks
  • Gemeinsame Tagesplanung (Strecke, Aktivitäten, Anregungen und Wünsche, Pausen, Etappenziele, Auszeiten)
  • Verpacken der Ausrüstung, Kontrolle der Vollständigkeit und Ordnung
  • Etappenweise Durchführung der Aktivität zum bewältigen der zurückzulegenden Strecke
  • Einhalten von ausgemachten Pausenzeiten
  • Erreichen des Tagesziels, Pause / Aufbau des Lagers
  • Einnehmen einer gemeinsamen Abendmahlzeit
  • Zeit zur freien Verfügung
  • Abendliche Reflexion / Tagesauswertung und Ausblick auf den kommenden Tag

Ein ISE-Reiseprojekt dient in überdurchschnittlichem Maße der Förderung der Persönlichkeit, da der Jugendliche täglich neue Erfahrungen macht und durch Mitsprache Verantwortung und Handlungsalternativen erfährt.

Als ein Basismodell unserer pädagogischen Arbeit zur kontinuierlichen Entwicklung und angemessene Dosierung der Anforderung arbeiten wir mit dem Komfortzonenmodell. Gezielte methodisch-didaktisch begleitete Aktivitäten mit dem Kind-Jugendlichen führen zum Verlassen der Komfortzone und damit neuen Erfahrungswerten in der Lernzone.

Allein schon auf Grund der in einem Reiseprojekt veränderten Umwelt, dem Wegfall des bisher gewohnten Komforts (eigene Komfortzone) sowie einer erhöhten Anforderung an sich selbst findet bereits eine Erweiterung der Komfortzone statt.
  • Verwenden von Ich / Du Botschaften zur Vermittlung des Verständnisses einer angemessenen Kommunikation untereinander
  • Einüben und Vereinbaren von gegenseitig anzuwendenden Umgangsformen
  • Durchführung einer abendlichen Tagesreflexion mit Ausblick der erwünschten Form der Verhaltensänderung -/ Steigerung
  • Kritische so wie positive Selbstreflexion in Konfliktsituationen erlernen
  • Erläutern und Erarbeiten von in der jeweiligen Umwelt und persönlich vorhandenen Werten, Normen und Umgangsformen
  • Festlegung von einzuhaltenden Ritualen zur Steigerung der Gruppen- und Sozialfähigkeit ( Tischregeln, Abläufe vor während und nach dem Tagesgeschehen, Übernahme von Ämtern und übertragenden Aufgaben )
  • Kontinuierliche Erweiterung der Sprachkultur und Sprachkompetenz auch unter zunehmen-der Belastung
  • Entwicklung und Förderung einer auf der Sachebene basierenden Streitkultur

Die Teilnahme an einem Reiseprojekt beinhaltet die garantierte Förderung von motorischen Fähigkeiten. Durch die täglich zu erledigenden Aufgaben und die Möglichkeit über Anreize und dem Erleben von Abenteuern und Herausforderung bisher nicht oder wenig gebrauchte motorische Fähigkeiten einzusetzen, findet eine permanente Förderung statt. Darüber hinaus können bereits vorhandene Kompetenzen und Ressourcen durch gezielte Einzelförderung erweitert und ausgebaut werden.

  • Förderung und Erweiterung bereits vorhandener Ressourcen durch eine individuell zugeschnittene Maßnahme
  • Gezielte Einzelförderung vorhandener Kompetenzen durch 1:1 Betreuung und Anreizsystem möglich
  • Durch Erleben von Abenteuer und spielerisch begleitende Förderung von bisher schwach ausgebildeten motorischen Fähigkeiten
  • Durch neue Erfahrungen wie z.B. Klettern, Wandern, Paddeln etc. werden motorische Fähigkeiten geschärft und bislang verborgene Begabungen offensichtlich
  • Erlernen des Umgangs mit vorhandenen Ressourcen und unmittelbares Erfahren der Auswirkungen
  • Weitergabe von Expertenwissen ( Entfachen eines Feuers, Kochen, Umgang mit Karte und Kompass, richtige Pflege und Einsatz von Material und Werkzeugen, Umgang und Einschätzung persönlich vorhandener Reserven )
  • Methodische- Didaktische Einbeziehung der o.g. Tätigkeiten und Herleitung eines Transfers zum Lebensalltag mittels Metaphern und anwenden von Gleichungen

Als Grundlage zur Teilnahme an einem ISE-Reiseprojekt findet eine ärztliche Voruntersuchung statt.

Durch die Teilnahme an einem Reiseprojekt ergibt sich in der Regel eine höhere physische Belastbarkeit als im bisherigen Alltag gegeben. Der richtige Umgang mit körperlichen Ressourcen und eine vorsorgliche Gesundheitserziehung sind Teil des Reiseprojektes. Die eigene Gesundheit und deren Erhalt steht im Vordergrund jeder Handlung und soll dem Jugendlichen bewusst gemacht werden.

Die zeitweise Anstrengung in Reiseprojekten ist gewollt und führt nicht selten zur stimmungshebenden Ausschüttung von Hormonen. Die jungen Menschen spüren ihre Leistung und merken, dass sich Anstrengung durchaus lohnt. Das ausgelöste Glücksgefühl ist den Kindern und Jugendlichen oftmals unbekannt und führt in der Regel zu Stolz und Wohlbefinden.

Vor, während- und nach der Maßnahme werden folgende gesundheitliche Aspekte beachtet.
Physische Gesundheit
  • Eingangsuntersuchung bei einem Allgemeinmediziner sowie Zahnarzt
  • Aufsuchen eines Facharztes zur Beurteilung und Behandlung von ggfs. vorhandenen Symptomen und Beschwerden die eine Teilnahme verhindern könnten
  • Anleitung zur Körperpflege, einem gesunden Körperbewusstsein und dessen Erhalt
  • Führen und kontrollieren des Impfpasses, Bonusheftes und Allergiepasses
  • Erlernen einer eigenverantwortlichen Einnahme von ggfs. benötigten Medikamenten
  • Medizinische Erstversorgung durch mitführen einer gültigen Krankenkassenkarte jederzeit und Standortunabhängig möglich
  • Notfallabsicherung durch mitführen eines über Satellit kommunizierenden Notfallsenders mit Ortungsfunktion
Psychische Gesundheit
  • Erlernen und vermitteln und erkennen der Bedeutung von Psychohygiene
  • Treffen von vorsorglichen Maßnahmen zum Erhalt und Schutze der Psychohygiene
  • Mögliche Begleitung durch

Für die Teilnahme an einem Reiseprojekt werden die Kinder-Jugendlichen in der Regel von der Schule beurlaubt. Durch die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten eines Reiseprojektes und den dort vermittelten Erlebnissen findet erfahrungsgemäß ein erhöhter Austausch-und Kommunikationsbedarf ggü. der Betreuer statt. Er beruht auf der natürlichen Neugier des Menschen zur Ergründung unterschiedlichster Sach-verhalte und deren Auswirkungen. Daran anknüpfend wird ein praktischer Bezug zu den in der Schule theoretisch behandelten Themen geschaffen. Die Beurlaubung ist im Vorfeld zu klären.

Die grundlegende Zielsetzung dabei ist:

  • Klärung und Ermittlung eines schulischen IST- Standes
  • Erhalt, Aufarbeitung und Erweiterung von bisher vorhandenen schulischen Ressourcen durch anknüpfen von Erlebtem im alltäglichen Umgang
  • Wiederherstellen einer Lernmotivation
  • Überwindung von Schulangst durch Aufbau von Selbstvertrauen

Wesentlicher Bestandteil unserer individuellen Maßnahmen und ausschlaggebend für deren Erfolg ist die Partizipation / Beteiligung der Kinder- und Jugendlichen. Durch die Ressourcenorientierte Ausrichtung und die Variationsmöglichkeiten eines ISE-Reiseprojektes, sind wir in der Lage, eine an die Interessen des Klienten anknüpfende Hilfe zu gestalten.

Vor der ISE Maßnahme

  • Beteiligung der Kinder- und Jugendlichen durch eine Vielfalt an Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung einer ISE-Maßnahme z.B. Reiseprojekte mit Rucksack, Rad, Kanu, Zelt, Wohnwagen, Offroadfahrzeug etc.
  • Beteiligungsmöglichkeit der Kinder- und Jugendlichen an der Länge der zu erbringenden Maßnahme

Während der Maßnahme

  • Beteiligung an der Tagesgestaltung in Form von Auswahl der Strecke, Länge, Pausen, festlegen von Zielen und Aktivitäten
  • Beteiligung zur Ausrichtung einer ressourcenorientierten pädagogisch sinnvollen Tätigkeit
  • Beteiligung zur Mitbestimmung der zur Verfügung stehenden Mittel und deren Einsatz- und Verwendungsmöglichkeiten
  • Durch in der Mitarbeit gezeigtes Verhalten Beteiligung an der Länge der zu erbringenden ISE Maßnahme innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes

Umsetzung des gem. §8a SGB VIII einzuhaltenden Schutzauftrages

  • Einhaltung des nach § 72, SGB VIII Fachkräftegebotes
  • gem. Anforderung und Überprüfung eines nach § 30 BZRG. Erweiterten Führungszeugnis Ausschluss von Beschäftigten, welche nach §§ 171, 174 bis 174 c, 176 c bis 180 a, 181 a, 182 bis 184, 225, 232 a, 235 oder 236 SGB rechtskräftig verurteilt worden
  • In Verdachtsfällen einer Kindeswohlgefährdung Hinzuziehung einer externen Fachkraft für Kindeswohlgefährdung
  • Unmittelbare Weitermeldung von Informationen über mögliche Kindeswohlgefährdung an Leitungskräfte und Jugendamt
  • Einhalten des Datenschutzgesetzes bei Öffentlichkeitsarbeit gem. KUHG, sowie dem Einhalten des Schutzes bei Verwendung von Sozialdaten
  • Beachtung und Einhaltung der Sozialgeheimnisse gem. §§ 35 SGB I. 67 bis 85a SGB X und 61 bis 68.

Umgang mit Krisen

Aufgrund der Zielgruppe des Leistungsangebotes kann von Krisen in den durchzuführenden Maßnahmen ausgegangen werden. Krisen betrachten wir als begrüßenswert und förderlich. Deren richtige Bewältigung erweitert die Komfortzone des Kindes bzw. Jugendlichen und somit dessen Handlungs- und Erfahrungsspielräume.

Als unseren Auftrag verstehen wir:

  • Erfahrene und Krisenfeste Fachkräfte einzusetzen
  • Die Mitarbeiter für Krisenmanagement auf ISE-Reiseprojekten zielgerichtet zu schulen
  • Den Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit Krisen beizubringen und deren positiven Eigenschaften zu vermitteln

Wir stellen dazu bereit:

  • Krisenunterstützende 24/7 Telefonbereitschaft für Teilnehmer und Mitarbeiter im ISE Reiseprojekt durch den Träger
  • Eine interne Schulung zur optimalen Krisenbewältigung auf Reiseprojekten
  • Eine mobile Erreichbarkeit eines Mitarbeiters am jeweiligen Ort des Reiseprojektes zur Krisenintervention innerhalb von 2-6 Stunden durch Leitungskraft

Die Beendigung der ISE-Maßnahme (Reiseprojekt) unterliegt drei Faktoren:

  1. Beendigung aufgrund im Reiseprojekt auftretender massiver Regelverletzungen, Selbst- oder Fremdgefährdung, und einer damit verbundenen pädagogischen Unerreichbarkeit des Kin des/Jugendlichen
  2. Krankheitsbedingte Beendigung
  3. Beendigung aufgrund Ablauf der Maßnahmendauer

Nach Beendigung der Maßnahme

  • Aussprechen einer schriftlichen und auf den dokumentierten Beobachtungen basierenden Empfehlung für eine geeignete Anschlussmaßnahme oder benötigtes Setting / SKEED
  • Entwickeln und begleiten in einer von uns individuell geplanten Anschlussmaßnahme
  • Evaluation der Wirksamkeit der Hilfen zeitnah nach der erbrachten Hilfeleistung mit SKEED® von factorIS.sozial
  • Fallbezogene Überprüfung der Arbeitsweise und deren Wirkung in den einzelnen Phasen des jeweiligen Hilfeprozesses
  • Austausch mit anderen Trägern und Kooperationspartnern unter Wahrung der Sozialdaten und des damit verbundenen Schutzauftrages gem. 8a SGB VIII.
  • Partizipation der zu erstellenden Hilfen mit SKEED® / Dokumentationssoftware für den Betreuungsalltag
  • Qualitätsmanagement in Anlehnung an die ISO 9001 für soziale Einrichtungen
  • Fortführung und kontinuierliche Erweiterung unsere Qualitätshandbuches als Grundlage unsere QM
  • Dokumentation der stattfindenen Hilfen mit SKEED® / Dokumentationssoftware für den Betreuungsalltag in Form eines Clearing-/Reiseberichtes mit Stärken/Schwächenanalyse
  • Ausführliche schriftliche Dokumentation von Krisen / gesonderter Zusatz im Monatsbericht
  • Möglichkeit des ortsunabhängigen Zugriffs und der Ablage von Klientendaten durch gesicherten Server und SSL Verschlüsselung
  • Erstellung von Entwicklungs- und Betreuungsberichten in den im Hilfeplan / Aufnahmegespräch abgesprochenen Zeitintervallen mit SKEED
  • Führung von Klientenakten / E-Akte
Erfahren Sie mehr über die Dokumentationssoftare SKEED® von factorIS.sozial Jugendhilfe

Das im Reiseprojekt eingesetzte Personal

  • Einsatz von pädagogischen Fachkräften mit Zusatzqualifikation Abenteuerpädagoge, Erlebnispädagoge / Outdoortrainer zur Durchführung der Reiseprojekte
  • Unterstützender Einsatz von Fachspezifischen Personal z.B. Bergführer, Kanuguide, Skipper, Natur-und Wildnispädagogen

Örtliche Gegebenheiten

  • Durchführung eines Reiseprojektes innerhalb Deutschlands
  • Unterkunft findet je nach Projekt- und Reiseart überwiegend in nicht festen oder mobil beweglichen Unterkünften statt
  • Möglichkeit der zeitweiligen Nutzung von Berghütten

Sächliche Ausstattung

  • Nutzung eines vorhandenen Büros mit 2 ausgestatteten Arbeitsplätzen
  • Bereitstellung von vorhandenen Zelten, Kochern, Isomatten und Outdoorausrüstung
  • Bereitstellung von Material zur Einbindung erlebnispädagogischer Vorhaben, Klettermaterial, Material zum Floßbau etc.
  • Bereitstellung von reisefähig ausgestatteten Trekkingrädern und Kanus
  • Bereitstellen von Ipads für die Dokumentation während der Hilfe

Reiseprojekte zeichnen sich durch ihre individuellen Gestaltungsmöglichkeiten aus. Eine täglich neu auszurichtende Tagesgestaltung unterliegt dabei:

  • Dem Übereinkommen zwischen Kind, Jugendlichen und Betreuer
  • Den zu erbringenden Handlungsschritten zum Erreichen der vorgegebenen Ziele
  • Der tagesaktuellen Situation des Kindes oder Jugendlichen
  • Den zu bearbeitenden Handlungsfeldern des Kindes oder Jugendlichen
  • Der Einbeziehung der Umwelteinflüsse und Wettergegebenheiten
  • Der Berücksichtigung von vorhandenen physischen wie psychischen Ressourcen